
AUSGABE WINTER 2011: LUXUS
Unser Winterheft erzählt von den Dingen: ein verlorener Zehner, eine Villa mit 10 Zimmern, Autogrammkarten und Geldgeschenke, die keiner annimmt. Mit dem Literaturwissenschaftler Joseph Vogl haben wir über die Gesellschaft als Wunschmaschine gesprochen und mit dem Benediktinerpater Anselm Grün über das Leben ohne eigenen Besitz. Herausgekommen ist ein Heft, das auf jeder Seite den Luxus des Lesens feiert. > Einige Glanzpunkte dieser Ausgabe
Phantastillionen. Der reichste Mann der Welt ist eine Ente. Und die Auseinandersetzung mit Dagobert Duck zeigt: Wer es im Leben zu etwas bringen will, der muss die Gelegenheit beim Backenbart ergreifen. Ein Portrait aus der Feder von Frank Schätzing.
Tauchbörse. Auf einer japanischen Insel tauchen Frauen nach Delikatessmuscheln. Und sichern damit die Existenz ihrer Familien. Die Fotos von Nina Poppe zeichnen ein vielschichtiges Bild vom Alltag der Frauen und zeigen ein Reich, zu dem Männer in der Regel keinen Zutritt haben.
Ich und Dieter Thomas Heck. Über 20 Jahre hat Reiner Autogrammkarten gesammelt: Thomas Gottschalk, Heino, Katja Ebstein – alle haben bei ihm unterschrieben. Jetzt ist Reiner verschwunden. Alles was bleibt ist ein verschlissenes Album mit 400 Polaroids. Eine Spurensuche.
Anziehungskraft. Kann man sich in ein Kleidungsstück verlieben? Bei der nachhaltigen Mode, die wir gemeinsam mit Beyond Berlin und namhaften Labels zusammengestellt haben, und die von Pat Manon liebevoll gezeichnet wurde, hat man sein Herz schnell um Kopf und Kragen gebracht.
Beitragende und Gesprächspartner dieser Ausgabe
Unsere Winterausgabe feiert den Luxus des Lesens. Unsere Beitragenden schenken dem Heft opulente Bilder, schillernde Texte und kostbare Illustrationen und dem Leser 100 Seiten ,Lesen in Saus und Braus‘.
| Mary Bauermeister | wurde im Jahr 1934 in Frankfurt/M geboren, lebte zu Beginn der 60er Jahre als Künstlerin in Köln und wurde dort zu einer Mitbegründerin der Fluxus-Bewegung. In ihrem Atelier in der Kölner Lintgasse fanden Performances von Künstlern wie John Cage, Nam June Paik und Christo statt. Mit ihrer eigenen Arbeit wurde Mary in den 60er Jahren in New York bekannt, wo sie u.a. in der Galeria Bonino ausstellte. Im Jahr 1961 lernte sie den Komponisten Karlheinz Stockhausen kennen, den sie 1967 heiratete. Heute lebt Bauermeister in Rösrath bei Köln, wo sie an jedem ersten Sonntag im Monat zum offenen Atelier einlädt. |
| Prinz Asfa-Wossen Asserate | wurde 1948 im äthiopischen Kaiserhaus in Addis Abeba geboren. Er studierte Geschichte und Jura in Tübingen und Cambridge und promovierte sich in Frankfurt am Main in Äthiopistik. Während der kommunistischen Revolution in Äthiopien im Jahr 1974 wurde sein Vater ohne Prozess hingerichtet und ein Großteil seiner Familie arrestiert, er selbst war gezwungen in Deutschland zu bleiben. Heute ist er als Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren Osten und als politischer Analyst tätig. Sein Buch »Manieren«, das im Jahr 2003 in der Reihe „Die Andere Bibliothek“ bei Eichborn erschien, wurde von der deutschen Kritik gefeiert. |
| Christoph Budde christophbudde.com |
Jahrgang 1977, ist Kommunikationsdesigner und Illustrator. Er ist Mitbegründer des Kölner Designbüros zeter und mordio. |
| Caspar Dohmen www.caspar-dohmen.de |
schrieb erst als Finanzreporter beim Handelsblatt, dann als Wirtschaftskorrespondent der Süddeutschen Zeitung. Heute lebt und arbeitet er als Autor für Finanz- und Wirtschaftsthemen in Köln und Berlin.. Dohmen ist Autor der beiden Bücher: „Let`s Make Money. Was macht die Bank mit unserem Geld?“ und „Good Bank. Das Modell der GLS Bank“ (beide Orange Press) |
| Patricia Dudeck | Jahrgang 1979, arbeitet als Brüssel-Korrespondentin für deutsche Tageszeitungen. |
| Pater Anselm Grün OSB | wurde im Jahr 1945 in Junkershausen/Bayern geboren. Im Jahr 1964 wurde er Benediktinermönch, 1974 promovierte er zum Doktor der Theologie. Pater Anselm ist heute Cellerar der Abtei Münsterschwarzbach und außerdem als geistlicher Berater für in die Krise geratene Geistliche tätig. Seine Bücher beschäftigen sich u.A. mit christlicher Spiritualität und meditativen Alltags Exerzitien und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. |
| Tom Andre HÃ¥land www.bontomme.com |
norwegischer Illustrator, führt mit seinen Zeichnungen durch unser Heft. Tomme lebt mit seiner Familie in Oslo. |
| Frank Lorentz www.v8-verlag.de |
Jahrgang 1965, war lange Zeitungsredakteur und arbeitet heute als Leiter des V8 Verlags in Köln. |
| Pat Manon www.patmanon.com |
Illustrator, arbeitet zusammen mit Stefan Strunden, Künstler und Designer, in Köln. |
| Franca Neuburg www.zenzi-design.de |
Jahrgang 1975, lebt mit ihrer Familie in Köln und arbeitet als Illustratorin und Objektdesignerin. |
| Lena Nocke www.beyondberlin.com |
Jahrgang 1980, ist studierte Mode- und Kostümdesignerin und beschäftigt sich als Producerin der Agentur Beyond Berlin mit der Verbindung von Mode mit Nachhaltigkeit. |
| Arnd Pollmann | Jahrgang 1970, ist Philosoph und Buchautor. Er hat jüngst an der Universität Magdeburg zum Thema „Menschenrechte und Menschenwürde“ habilitiert. Sein zuletzt erschienenes Buch heißt: „Unmoral. Ein philosophisches Handbuch“ und widmet sich alltäglichen Unrechtserfahrungen „Von Ausbeutung bis Zwang“. |
| Nina Poppe www.ninapoppe.com |
Jahrgang 1979, lebt und arbeitet in Köln als freie Fotografin, Filmemacherin und Kuratorin. |
| Stefanie Pütz www.stefanie-puetz.de |
Jahrgang 1966, arbeitet als freie Texterin und (Hörfunk-)Autorin in Köln. Zwei ihrer Radio-Features wurden mit renommierten Medienpreisen ausgezeichnet. Sie erstellt Audio-Geschichten für Unternehmen, Verlage und Museen. |
| Florian Rexroth www.florianrexroth.de |
lebt und arbeitet als Nomade. Er stellt seit einigen Jahren fotografische Untersuchungen an. |
| Jürgen P. Rinderspacher | Zeitforscher, promovierte 1984 über das Thema“Gesellschaft ohne Zeit“, arbeitet als Dozent und Projektleiter am Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES) der Uni Münster, ist Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP), Berlin. Jürgen P. Rinderspacher ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen. |
| Marc Oliver Rühle | Jahrgang 1985, studiert Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben in Hildesheim, arbeitet als freier Journalist und schreibt gerade an seinem ersten Roman. Lebt in Leipzig und Berlin. |
| Frank Schätzing | Jahrgang 1957, studierte Kommunikationswissenschaften, war Creative Director in internationalen Agenturen-Networks und ist Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi. Außerdem ist er der Autor zahlreicher Romane, unter anderem „Der Schwarm“ (2004) und LIMIT (2009). Schätzing lebt und arbeitet in Köln. |
| Oliver Schneider www.royalfamily-designlabor.de |
arbeitet als Künstler und Designer in Köln, wo er zusammen mit Ana Motjér das ROYAL FAMILY-designlabor gegründet hat. | Carl Friedrich Schröer | Jahrgang 1954, arbeitet als Journalist in den Bereichen Kunst, Architektur und Städtebau. Gründung der Gartenbibliothek – einer Sammlung historischer Gerätschaften, Ansichten und Bücher zum Thema Garten. Von ihm lesen kann man auch auf www.eiskellerberg.tv. |
| Jens Tönnesmann | Jahrgang 1978, ist Journalist und lebt in Köln. Seine Texte sind in der WirtschaftsWoche, brand eins und Zeit erschienen; außerdem leitet er die Lehrredaktion der Kölner Journalistenschule. |
| Joseph Vogl | wurde 1957 in Eggenfelden/Niederbayern geboren und lehrt als Professor für Neuere deutsche Literatur: Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität Berlin. Sein Interesse gilt auch der europäischen Finanzökonomie: Das kürzlich bei Diaphanes erschienene Buch „Das Gespenst des Kapitals“ (2011) wurde deutschlandweit als kritische Perspektive auf den Finanzmarkt gewürdigt. |
| Uwe Jeltsch und Florian v Wissel www.gelungenesleben.de |
durchsuchen seit Jahren Dachböden und Flohmärkte nach Dias aus den 50er- 60er- und 70er-Jahren. Die Sammlung gelungenes Leben zeigt Deutschland, wie es sich selbst fotografiert. |
Durch euch wurde das gedruckte FROH! Magazin! #6 möglich
Einen Monat vor dem Erscheinen dieser Ausgabe hat uns das Geld für den Druck gefehlt. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, ob sie uns dabei helfen wollen, auch das letzte Stück zu schaffen, indem sie eine ganze, eine halbe oder eine viertel Seite für 100, 50 oder 25 € „fananzieren“. Wir waren überwältigt von der Resonanz und sind es noch immer. Als wir das Magazin in den Druck gegeben haben, hatten wir 69 ¼ fananziert, und noch weitere sind inzwischen hinzugekommen.
Ihr lieben Fananzierinnen und Fananzierer, ihr habt den Dank der FROH! Redaktion und tausender FROH! Leser sicher, denn mit eurer Hilfe können wir alle diese wunderschöne Ausgabe riechen, fühlen und lesen. Danke!!!
| Die FROH! Ausgabe #6 haben fananziert … | Irene Fink, Damaris Heymann, Thorsten Hainke, Irmgard Nolte – neues handeln GmbH, Barbara Gockel – atelier eigenART, Restaurant Wachholder, Elvira Stein & Markus Handl, Jan Aumann, Catrin und Christoph Gekle, Christian Sauer, Eva und Ingbert Jung – Godnews, Ute Reckenfelderbaeumer, Julian Sartori, Anne Clausing, Büro Fax Winterthur, Stephen Petrat, Noah Doersing, Dorle Schmidt, Nadine und Mark Reichmann, Nepomuk Brall, Manuel Steinhoff, Dorea Pfafferott, Michael Fellmann, Claudia Krekeler, Katharina Reinhold, Anne Neumann-Holbeck, Marianne und Gerhard Schmidt, Ulrike Kurbjeweit, Dr. Heinrich Quast, Juliane Spingler, Jochen Müller, Silas Bahr, Simone und Jonas Zorn, Johannes Kleske, Gunther Ziegler, Mareike Burgheim, Jonathan Fischer, Volker Wortmann, Patrick Bilan, Kerstin Runte, Josua Reuhl, Biobanane, Lebenswert – Stadtkirche Köln e.V, Marc Oliver Rühle, Anke Luckja, Petra Wegener, Esther und Thilo Römer, Biggi Mestmäcker, Stefanie Pütz, Christian Vitocco – Social Business Academy, Diana Schorn, Astrid Nierhoff, Torsten Sawalies, Anna Sommerer, Anne Pleuser, Franziska und Richard Graupner, Franziska und Michael Neuser, Familie Buchegger Wien, Katrin Göring-Eckardt, Thomas Off, Maike Kirchhof, Monika und Reinhard Lepel, Marcel Hochstein, Tobias Otto, Christina Wolf, Miri und Daniel Fauth, Frauke Krist, Markus Werner, Torsten Seiler, Katrin Brandt, Hanady Gamgoum, Andreas Keller, Manu Ballbach, Danielle Böhle, Natalija Brkljacic, Niels Bendig |
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Gutes Projekt: Warm ums Herz
50 Cent pro verkauftem Heft dieser Ausgabe spenden wir für die „Aktion Brotkorb“. Auch darüber hinaus kann gerne für die Arbeit des SOS-Mütterzentrums gespendet werden, am einfachsten geht es über die FROH! Seite auf der Spendenplattform Betterplace.org: froh.betterplace.org.
Ein gedeckter Tisch, ein warmes Mittagessen, Zeit zum Reden – für immer mehr Kinder sind diese wichtigen Rituale nicht selbstverständlich. Sie wissen nicht, wie eine Aubergine aussieht, dass Kartoffelbrei nicht nur aus Tüten, sondern auch aus echten Kartoffeln hergestellt werden kann und wie ein selbst gekochter Eintopf schmeckt.
„Immer mehr Besucherkinder müssen ohne eine warme Mahlzeit am Tag auskommen. Ihre Eltern sind aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage, sich darum zu kümmern“, erzählt Einrichtungsleiterin des SOS-Mütterzentrums Zwickau Gabriele Friedrich. Die SOS-Mitarbeiterinnen wissen: „Manche Eltern arbeiten und sind deshalb mittags nicht zu Hause. Andere haben kein Geld für frisches Obst und Gemüse.“
Um diesem Negativtrend entgegenzuwirken, riefen die Mitarbeiterinnen vor einiger Zeit die „Aktion „Brotkorb“ ins Leben. Gemeinsam mit den Kirchen wurden während des Gottesdienstes frische Lebensmittel eingesammelt, um den Kindern ein gesundes Mittagessen zu ermöglichen. Nach dem großen Erfolg wurde die „Aktion Brotkorb“ immer weiter ausgebaut: Mittlerweile wird im SOS-Mütterzentrum als Alternative nicht einfach nur eine warme Mahlzeit frisch gekocht, in Kursen lernen die bedürftigen Kinder und Familien selbst, wie sie frische Lebensmittel schnell und lecker zubereiten können – ohne große finanzielle Belastung. Und immer mehr Familien erkennen wieder, dass gemeinsam Kochen und Essen ein schönes Ritual sein kann, bei dem sich die Familie trifft, lacht, redet, teilt.
Über Froh
FROH! ist ein Gesellschaftsmagazin, das besondere Ereignisse des Jahres aufgreift und sich neugierig auf die Fragen und Themen dahinter einlässt. Weiterlesen…
Froh trägt seinen Namen zu recht. Man wird nämlich seines Lebens froh, wenn man sich dieser Form des literarischen Journalismus überlässt. Er existiert so nicht anderswo und wird noch dazu grafisch und fotografisch so intelligent begleitet, dass man das Heft nicht aus der Hand legt, ohne sich stimuliert zu finden.
Roger Willemsen, 21.06.2011 via Email
“Gedruckt auf dickem Öko-Papier, verzichtet es im A4-Format vollständig auf Werbung und legt so vor allem Wert auf Inhalte. Das Gesamtkonstrukt wirkt deshalb vor allem sehr authentisch. FROH! kommt also in erster Linie sehr leise daher, was man als Leser aber als angenehm raumerweiternd empfindet.”
Aus einem Interview mit iGNANT, 29.06.2011
“Gerade das @Frohmag fertig gelesen. Das wohl beste Magazin, was ich je in den Händen halten durfte. Danke dafür!”
@sayhooray, 17.08.2010, via Twitter
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