#4 Ernte

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AUSGABE HERBST 2010: ERNTE

“Wer den Acker im Herbst nicht stürzt hat seine Ernte zur Hälfte gekürzt”, so will es eine alte Bauernweisheit. Was das heißt, wissen wir auch nicht so genau. Und da fängt es schon an, unser Heft. Denn wir sind keine Bauern, sondern Stadtmenschen. Dachten wir. Aber bei der Auseinandersetzung mit dem Thema wurde uns klar, dass wir uns in den letzten 200 Jahren, auf dem Weg von der Agrargesellschaft ins Informationszeitalter, so weit gar nicht bewegt haben. Je weiter wir gegraben haben desto mehr zeigte sich, dass wir tiefe Wurzeln geschlagen haben. > weiter lesen

Man kann unser Ernte-Heft als Spurensuche verstehen, als Erinnerung, der man folgen kann wie die Kinder, die der verwehten Spreu des Heuwagens nachlaufen. Auf dem Weg begegnen wir Menschen, die aufwachsen, und Menschen, die verwurzelt sind. Es geht um Menschen, die eine Saat gesetzt haben und sich jetzt über die Früchte wundern und um glückliche Finder. Ernte erzählt von den Früchten unserer Arbeit und der Lust des Jagens, von der Kunst der Improvisation und der Gerechtigkeit, von Blattläusen und der Zukunft. Zwischen den Ackerfurchen gibt es wie immer viel zu entdecken: Unkraut und Junggemüse, Picknick-Rezepte, Melonen und den Geschmack unserer Kindheit.

Einige Highlights dieser Ausgabe:

Bilder, die wachsen
Ali Mitgutsch hat die Bücher gemalt, mit denen ganze Generationen aufwachsen. Wir trafen den Erfinder des Wimmelbuches in München und haben mit ihm über seine eigene Kindheit, die Macht der Phantasie und Bilder mit Widerhaken gesprochen.

Zurück in die Zukunft
Wer jetzt aussät um später zu ernten, denkt immer auch über die Zukunft nach. In Zusammenarbeit mit dem Trendbüro Z_punkt und der Grafik-Agentur großgestalten haben wir uns gefragt, was wir morgen essen, wo wir wohnen und wie wir uns fortbewegen werden.

Spätlese
Der Politikredakteur Christian Sauer nimmt das Thema ERNTE zum Anlass einer Standortbestimmung. Seine Suche nach den eigenen politischen Wurzeln reicht von Konrad Adenauer bis Joschka Fischer und von Angela Merkel bis Ole von Beust. Ein politisches Essay über die Lage der Nation, die eigenen Ideale und spanischen Rotwein.

Waidmans Welt
Die Jagd ist auch eine Form der Ernte. Friederike Brandenburg hat Jäger in ihrem natürlichen Lebensraum aufgesucht. Ihre Bilder drehen den Spieß um und zeigen den Jagenden als das scheue Wild, das sich vor dem sicheren Auge der Fotografin versteckt.

Ich war noch nie verschollen
Als Überlebenskünstler besitzt Rüdiger Nehberg die Fähigkeit, sich wie ein Tier seiner Umwelt anzupassen. Im Einsatz für Menschenrechte tritt er aber durchaus auch mal unangepasst auf. Ein Gespräch über die Kunst der Improvisation.

Beitragende dieser Ausgabe

Herzlichen Dank an alle, die an dieser Ausgabe mitgearbeitet haben! Die Beitragenden schenken dem Magazin nicht nur ihre Texte und Bilder, sondern den Lesern auch neue und überraschende Blickwinkel.

Max Bank  Text
Karianne Bueno Fotos www.kariannebueno.nl
Friederike Brandenburg Fotos www.friederikebrandenburg.de
Veronika Drews-Galle Text
André Gottschalk Illustration www.andregottschalk.com
Dominik Kirgus Illustration www.grossgestalten.de
Frederic Lezmi Fotos www.lezmi.de
Ricarda Löser Illustration
Johannes Mahn Text
Stefanie Müller-Frank Text
Franca Neuburg Illustration www.zenzi-design.de
Sebastian Polmanns Text
P. Marian Reke Osb. Text
Hendrikje Riemann Text
Christian Sauer Text
Oliver Schneider Text www.royalfamily-designlabor.de
Justina Schreiber Text
Katja Sonnewend Fotos www.sonnewend.com
Sarah Wiesmann Illustration
Hendrik Wünsche Illustration www.designwuensche.de

Unterstützes Projekt

Volksgärten
Nordkorea ist kein Agrarland. Nur etwa 20 Prozent der Staatsfläche kann landwirtschaftlich genutzt werden. Schuld daran sind die schlecht zugänglichen Berge und Hügel. Zusätzlich erschweren die heißfeuchten Sommer und langen, kalten Winter den Anbau der Hauptnahrungsmittel Nassreis, Mais und Gemüse. Unter diesen Bedingungen reichen die Erträge nicht aus, um die rund 23 Millionen Bewohner des Landes zu ernähren. Jedes Jahr zwischen Frühlingsanfang und der ersten Ernte im Mai oder Juni leiden viele Menschen an Hunger. > weiter lesen

Unter dieser Unterversorgung leiden vor allem die Menschen in den Städten. Sie sind auf das lückenhafte Versorgungssystem durch den Staat angewiesen und müssen oft auf die überteuerten Lebensmittel ausweichen, die auf den Märkten verkauft werden. Seit dem Ende der 90er Jahre hat sich deshalb eine private urbane Landwirtschaft gebildet: Immer mehr Menschen nutzen die innerstädtischen Freiflächen für den Gartenbau und die Kleintierhaltung.
Das Projekt der Welthungerhilfe unterstützt die Eigeninitiative dieser Familien. In den Vororten der Großstädte Pjöngjang und Sunchon wurden 30 große Gewächshäuser und mehr als 200 Kleinsysteme für Familien mit eigenem Bewässerungssystem gebaut. Diese Produktion bietet viele Vorteile: In Treibhäusern werden deutlich höhere Erträge erzielt als auf den Feldern. Die Gebäude müssen auch im Winter nur für eine kurze Periode beheizt werden, da die Wärme der Sonne in den gut isolierten Gebäuden problemlos gespeichert werden kann. Die vitaminreichen Tomaten, Gurken, Auberginen und Erdbeeren lassen sich für einen guten Preis auf den Märkten verkaufen. Die Gärtner können sich also nicht nur von den Erträgen selbst ernähren, sondern auch ein Einkommen erwirtschaften. Auch direkt in den Städten, wo es kaum verfügbare Grünflächen gibt, ist Unterstützung möglich. Gemeinsam mit der Massey Universität in Neuseeland und der nordkoreanischen Landwirtschaftsakademie wird ein flexibles Anbausystem entwickelt, das an jede Umgebung angepasst werden kann. Die urbane Landwirtschaft entsteht also in den Gärten der Hinterhöfe, auf den Balkonen und Häuserdächern der Stadt. Insgesamt lassen sich so etwa 500.000 kg Gemüse pro Jahr produzieren.

50 Cent pro verkaufter Ausgabe spenden wir für die Arbeit der Welthungerhilfe in Nordkorea. Auch darüber kann gerne gespendet werden: Spendenkonto Deutsche Welthungerhilfe e.V. Sparkasse KölnBonn, Kontonummer: 1115, Bankleitzahl: 370 501 Spendenstichwort: „FrohMagazin hilft“. Weitere Informationen zur Arbeit der Welthungerhilfe findet man unter www.welthungerhilfe.de.

Über Froh

FROH! ist ein Gesellschaftsmagazin, das besondere Ereignisse des Jahres aufgreift und sich neugierig auf die Fragen und Themen dahinter einlässt. Weiterlesen…

“Das FROH! Magazin dürfte in vielen Belangen im deutschsprachigen Markt einzigartig sein. Es ist werbefrei, monothematisch und qualitativ ganz weit vorne.”
Kai Müller (Stylespion), 25.08.2010, Blog

“Gerade das @Frohmag fertig gelesen. Das wohl beste Magazin, was ich je in den Händen halten durfte. Danke dafür!”
@sayhooray, 17.08.2010, via Twitter

“Die sorgfältige Komposition von Beiträgen aus Kultur, Gesellschaft, christlicher Spiritualität und nachhaltigen Lebenskonzepten ergibt ein hochwertig gestaltetes Magazin, das eigene Zugänge zum Thema findet.”
Frankfurter Rundschau, 06.11.2009, Presse

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